Philatelie – Eine Leidenschaft
Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Briefmarken der Welt in Großbritannien ausgegeben. Es handelte sich dabei um die legendäre “One Penny Black”, die mit dem Konterfei der Königin Victoria bedruckt war. Gleichzeitig begannen die Menschen mit dem Sammeln von Briefmarken – Ein Hobby, das in der Mitte des 20. Jahrhunderts seinen wahren Höhepunkt erlebte.
Doch nicht nur das reine Sammeln der Briefmarken löste einen weltweiten Boom aus, sondern zusätzlich auch das Sammeln von Postkarten. Alte Ansichtskarten erzählen noch heute die Geschichte vom Beginn dieser mit der Philatelie eng verbundenen Sammelleidenschaft. Prinzipiell darf bei aller Sammelleidenschaft jedoch nicht vergessen werden, dass Briefmarken eigentlich nur den Anspruch auf den Transport eines Briefes oder einer Postkarte bis zum Empfänger belegen. Der jeweilige Briefmarkenwert steht zugleich für die Kosten der beanspruchten Dienstleistung.
Briefmarkensammlungen
Grundsätzlich unterscheiden die Philatelisten heute zwischen zweierlei Arten von reinen Briefmarkensammlungen. Die Motivsammlung beschäftigt sich dabei mit Briefmarken aus der ganzen Welt, die jedoch immer mit einem ganz bestimmten Motiv bedruckt sind, wie zum Beispiel Blumenbriefmarken. Die Staaten-Sammlungen hingegen erzählen die Briefmarkengeschichte eines einzelnen Landes, seine Hintergründe, namhafte Persönlichkeiten sowie geschichtliche Ereignisse. Ausgesprochen wertvoll sind einige Staaten-Sammlungen von Ländern, die schon lange nicht mehr real existieren, wie zum Beispiel Briefmarken von Jugoslawien, der Weimarer Republik oder Russland. Viele seltene Briefmarken werden zudem in Museen ausgestellt und somit einem breiten Publikum rein optisch zugänglich gemacht.
Ebenfalls im Bereich der Briefmarkensammlungen angesiedelt sind Sammelarten, die einen direkten Bezug zur Philatelie erkennen lassen. Hierzu zählen das Sammeln von Ersttagsbriefen, von mit Briefmarken verzierten Briefen und Postkarten einer bestimmten Zeitepoche sowie alte Ansichtskarten. Im Philatelie-Geschäft sind zudem verschiedene Briefmarkenkataloge erhältlich, die den aktuellen Sammelwert einzelner Briefmarken aufführen und zugleich den Umfang bestimmter Sammlungen dokumentieren. Innerhalb dieser Kataloge, die meist jährlich bzw. zweijährig in Neuauflage vorliegen, werden in erster Linie die Staaten-Sammlungen aufgelistet, da die sogenannten Motivsammlungen eher zeitlos sind.
Briefmarken aufbewahren
Briefmarken, hauptsächlich der gezackte Rand, sind mit äußerster Vorsicht zu behandeln, damit ihnen keine “Verletzungen” und Beschädigungen zugeführt werden. Deswegen ist es oftmals einfacher, postfrische Briefmarken aufzubewahren als bereits abgestempelte. Wahre Briefmarkensammler beziehen allerdings auch bereits abgestempelte Marken heutzutage direkt von den Postämtern.
Aufbewahrt werden die Briefmarken anschließend in speziell dafür erhältlichen Sammelalben. Diese verfügen über Schutzhüllen, in denen die einzelne Briefmarke mit einer Pinzette eingelegt werden kann. Die dabei verwendete Briefmarken-Pinzette verfügt über abgerundete Ecken sowie polierte Innenflächen, damit die Gummierung der Briefmarke beim Fassen nicht beschädigt wird. Einige Briefmarkenalben verfügen inzwischen über zughörige Motivvordrucke. Auf diese Weise erkennt der Sammler sofort, ob er tatsächlich über alle Briefmarken seines ausgewählten Sammelbereiches verfügt oder ob er noch weiterhin wässern und sammeln muss, um ein vollständiges Eigenwerk zu schaffen.



